Südlich des Hohen Atlas

Südlich des teils bis in den Sommer hinein weiss verschneiten Hauptkamm des hohen Atlas (Jbel Toubkal 4167m) breitet sich eine kleinräumig strukturierte, biblische Landschaft aus. Wer den Pass Tizi-n-Tichka überquert, gelangt nach einer Stunde Fahrt zur berühmten Kasbah Ait-Benhaddou. Malerisch stufen sich mehrere individuell befestigte Wohnhäuser am Südhang eines nackten Tafelberges empor. Orson Welles drehte hier Szenen seines Films „Sodom und Gomorrha“.

Bei Ouarzazate, dem nicht sehr sehenswerten regionalen Zentrum, verzweigt sich der Weg nach Nordosten ins Vallée du Dades und nach Südosten ins Vallée du Drâa. Beide Wege lohnen sich. Das Vallée du Dades führt zur Gorges du Dades und zur Gorges du Todra und weiter in die Grossoase Tafilalt. Die erstgenannte Schlucht bietet ein grandioses Landschaftsbild. Insbesondere die rosa- bis ockerfarbenen Felsen sind von atemberaubender Schönheit.

Die Berberarchitektur, die in der gesamten Region auf Schritt und Tritt zu bewundern ist, stellt eine Baukunst ganz besonderer Art dar. Ihr gehören die Kasbahs und Ksour an. Die Kasbah ist der altertümliche Herrensitz, der den Zugang zu den Oasen kontrollierte und zum Schutz der einheimischen Bevölkerung gegen Raubüberfälle errichtet wurde. Ksour sind befestigte Oasendörfer. Mit ihren rötlichen und okerfarbenen Türmen und Mauern, die durch kleine, weiss gerahmte Fenster aufgelockert werden, tauchen die Ksour aus den ausgedehnten Palmenwäldern auf.