Oasenband & Wüstensand

Als lang gezogene Flussoase durchbricht der Fluss Drâa den zerklüfteten Anti-Atlas und mündet 150 km südöstlicher in ein endloses Meer aus Stein und Sand. Dazwischen liegt das Drâa-Tal. Es gilt als eine der malerischsten Gegenden Marokkos, als ‚Tal der tausend Kasbahs und der ungezählten Dattelpalmen’. Um die Gegend zu erreichen, muss man das Gebirge des Anti-Atlas überqueren. Kurz hinter dem Pass Tizi-n-Tinififft (1660m) gelangt man nach Agdz.

Vor Agdz säumen schwer bepackte Esel die Strasse. Es ist Markttag und der ummauerte Marktplatz bietet ein eindrückliches Bild. An zahllosen Ständen werden Dinge des täglichen Bedarfs feil geboten. Auf Touristen ist man nicht vorbereitet. Trotzdem oder gerade deshalb lassen sich interessante Trouvaillen finden. Das kleine, aus einer französischen Garnison entstandene Städchen liegt am Fuss des 1531m hohen, markanten Djebel Kissane. Agdz ist Ausgangspunkt für schöne Ausflüge in den Anti-Atlas und ins weitere Dra-Tal.

Ein anderes Dorf heisst Douar Laabid – arabisch für Sklavendorf. Es wird mehrheitlich von Haratins bewohnt. Sie stammen aus dem heutigen Sudan und wurden in früheren Jahrhunderten verschleppt und versklavt. Heute gibt es in Marokko selbstverständlich keine Sklaverei mehr. Die Haratin haben sich aber ihre eigene Sprache, Kultur und Musik erhalten. Auch jüdische Siedlungen existieren im Tal.

Eine der letzten Siedlungen Richtung Wüste ist Tamegroute. Das Dorf ist ein weit über die Region bekanntes Pilgerziel mit zahlreichen Marabouts (Heiligengräber) und einer Bibliothek mit zum Teil sehr alten Handschriften aus der ganzen arabischen Welt. Religionsstudenten nutzen die alten Bücher für ihre Studien. Die Halbwüste Hamada du Drâa, bildet den Endpunkt der Flussoase.